Aktuell
Jesus begegnen, einander begegnen

Ich glaube ...

Ein Gemeindemitglied
Ich glaube an Gott und Jesus Christus als seinen Sohn. Ich bin überzeugt, dass er mich einzigartig erschaffen hat. Gott hat jeden von uns so verschieden gestaltet! Ist das nicht unglaublich?
Besonders schätze ich die Gemeinschaft mit anderen Christen, natürlich nicht immer, aber meistens. Die Kirchengemeinde erlebe ich als Ort, wo unterschiedliche Charaktere zusammenkommen. Das Zusammenleben und Zusammenarbeiten in einer Kirchengemeinde bereichert mich ungemein. Es gibt auch Augenblicke, in denen ich sagen würde, es fordert mich heraus. In guten Zeiten, wenn man Freude miteinander teilen kann, bin ich immer wieder begeistert, wie andere Menschen ohne Neid sich mit mir freuen können. Auch in schlechten Zeiten werde ich bereichert: Wenn ich merke, dass andere Christen für mich beten und ich mich in Gottes Hand getragen fühle, wenn auch Zweifel seinen Platz haben darf.
Ich bin überzeugt, dass Gott mich so geschaffen hat mit meinen Gaben und Defiziten, dass ich ein wichtiger Teil des Gemeindelebens bin. Hier kann ich mich ausprobieren. Manchmal erfolgreich, manchmal auch weniger erfolgreich. Es gibt Mitchristen, die mir mehr oder weniger diplomatisch sagen, wenn etwas gut gelaufen ist – oder auch nicht. Die Gemeinde ist eine Gemeinschaft, die herausfordert und bereichert.
Wichtig ist für mich das gemeinsame Lesen und Lernen aus der Bibel. Ich brauche die Gemeinschaft der Christen, um aus unterschiedlicher Perspektive das Wort Gottes zu lesen. Ebenso benötige ich theologisch fundierte Lehrer, die mir Hintergründe erklären können.
Mein Glaube lebt von der Gemeinschaft der Christen und benötigt immer wieder biblische Nahrung. (SBV)

Unser Pastor
„Wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten.“ Lässt sich diese Erkenntnis im Blick auf das Reformationsjubiläum anwenden? Ja – Die Vergangenheit hat ein Datum: 1517. Die Gegenwart hat ihre Gestalt aus der Vergangenheit gewonnen. Und auch wenn wir vieles nicht planen können, haben unsere Entscheidungen zukünftige Folgen.
In der persönlichen Biographie gibt es auch so ein Reformationsjubiläum: Es ist der entscheidende Punkt im Leben, der zur Entscheidung führt und sich auswirkt. Was den Glauben betrifft, heißt das: Ich habe mein Leben gelebt und dabei Überzeugungen und Erkenntnisse gewonnen. Jetzt bestimme ich mein Verhältnis zu Gott: Wer ist Jesus Christus für mich? Wie begeistert mich der Heilige Geist? Wozu bin ich von Gott geschaffen? Wenn ich mich darauf einlasse, ereignet sich die Reformation meines Lebens!
500 Jahre Reformation in Deutschland ist ein historisches Ereignis, dessen Jubiläum wir gerne mit den anderen christlichen Kirchen feiern! Zugleich gibt es im Zusammenhang mit der Reformation einige Geschehnisse, die mich nachdenklich machen: Der Antisemitismus der Reformationszeit, die Verfolgung und weitgehende Vernichtung der Täuferbewegung, die Zersplitterung in verschiedene Konfessionen und Denominationen. Welche Reformation braucht es heute - für die Christen im Umgang der Kirchen und Gemeinden miteinander, für das Verhältnis zu den jüdischen Gläubigen?
Für unsere Gemeinde ist die Frage relevant: Welche Reformation brauchen wir? Als Einzelne? Als Gemeinde? In Tübingen gibt es seit 1869 eine Baptistengemeinde, die ihre eigene Reformation erlebt hat - mit Höhen und Tiefen, mit Leid und Freude, mit Auf- und Umbrüchen. Bei aller Reformation war, ist und wird das Bekenntnis zum Dreieinigen Gott und die baptistische Identität entscheidend - für den Einzelnen und die Gemeinde. Wir sind herausgefordert, Menschen und Gemeinde von heute für morgen zu sein – in einem Prozess, der reformierend wirkt, indem er uns im Glauben formt und das Bild der Kreuzkirche für Tübingen erkennbar macht. (LH)