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Geschichte der Baptisten Gemeinde Tübingen

Die erste deutsche Baptistengemeinde, die 1834 in Hamburg vom „Vater des deutschen Baptismus“ Johann Georg Oncken gegründet wurde, gilt indirekt auch als Keimzelle der Tübinger Kreuzkirche. Sie ist eine Tochter der 1838 ebenfalls von Oncken persönlich gegründeten Stuttgarter Gemeinde. Von einer ersten Versammlung Tübinger Baptisten wird im Oktober 1869 berichtet. Als offizielles Gründungsdatum gilt der 26. November 1869, als der Stuttgarter Prediger Friedrich Wilhelm Liebig drei Frauen im Neckar taufte. Obwohl die Versammlungen in den ersten Jahrzehnten in unterschiedlichen Räumlichkeiten stattfanden, wuchs die Gemeinschaft rasch an. 1912 wurde ein eigenes Gemeindehaus in der Poststraße 10 eingeweiht, für den 40 Gemeindeglieder 50 000 Reichsmark aufbrachten. Und die Tübinger Gemeinde wuchs in der Folgezeit weiter: 1914 wurden bei den beiden Stuttgarter Zweiggemeinden Tübingen und Zillhausen (bei Balingen) gemeinsam 130 Mitglieder gezählt. So wurde die Gemeinde Tübingen-Zillhausen 1920 selbständig. Ein Rekordjahr war das Jahr 1933 mit 55 Taufen. Als der Gemeindeverband Tübingen-Zillhausen 1938 aufgelöst wurde, zählte Tübingen 138 Mitglieder. Während der Kriegsjahre waren gefallene Gemeindemitglieder zu beklagen und das Gemeindehaus in der Poststraße war stark beschädigt worden.
Im Nachkriegsjahr 1948 zählte man durch den Zuzug von Vertriebenen aus dem Osten 223 Mitglieder. Mit 90 Neubürgern, die meisten aus Ungarn, war die Gemeinde wieder stark gewachsen. Die Raumnot in der Poststraße fand 1962 ein Ende, als am 27. Mai das neue Gemeindehaus in der Payerstraße festlich eingeweiht werden konnte. Die Kreuzkirche feierte 2012 ihr 50. Jubiläum. Im Jahre 2019 wird feierlich das 150-jährige Gemeindebestehen begangen.